Neue EU-Subventionen für neue Fischtrawler

Bis zum letzten Fisch

Allen Beteuerungen und Reformbestrebungen der europäischen Fischereipolitik zum Trotz will die EU-Kommission für die sogenannten „Gebiete in äußerster Randlage“ Subventionen zum Bau neuer Fischtrawler gewähren. Zu den Gebieten in äußerster Randlage zählen neun Gebiete der EU. Dazu gehören aus Frankreich: Guadeloupe, Französisch-Guayana, La Réunion, Martinique, Mayotte und St. Martin. Während Portugal Madeira und die Azoren „ins Rennen schickt. Schließlich sind da noch die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln. Begründet wird dies u.a. mit der dringend notwenigen Modernisierung der Fischereiflotten in den Gebieten in äußerster Randlage. Denn die dortigen Flotten seien untragbar veraltet und die Kutter zu klein. Folglich können sie mit ihrer beschränkten Kapazität und niedrigen Entfernungsleistung auf See ihre Fischereiressourcen nicht effektiv nutzen.

Meeresschützer appellieren an EU-Kommissare

Gemeinsam mit 40 anderen Meeresschutzorganisationen unterstützen wir einen vom WWF-Europa initiierten Appell an EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und Karmenu Vella, EU-Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei. Sie sollten keine Subventionen für den Bau neuer Fangboote freigeben. Angesichts des anhaltenden Versagens der EU, Überfischung oder Beifang in den Griff zu bekommen und die EU-Fischereiflotten auf eine nachhaltige Nutzung der Bestände zu verpflichten, wird das Vorhaben, neue Fangboote zu subventionieren, die kritische Situation zahlreicher Fischbestände nur weiter verschärfen.

Auch gewaltige EU-Subventionen verbessern die Effektivität der Fangflotten nicht

In dem Appell wird betont, dass Subventionen für Fangboote in Gebieten in äußerster Randlage in der Vergangenheit wirkungslos verpufft sind. Zudem hat sich die Situation der Flotten nicht signifikant verbessert. So gewährte Frankreich 2008 für neue Fischkutter 40,5 Mio. Euro. Auch die Azoren wurden großzügig bedacht. Dorthin flossen zwischen 2007 und 2013 EU-Mittel in Höhe von 17 Mio. Euro für neue Fischkutter.

Auch EU-Parlament fordert neues Geld für neue Fangboote

Bereits im April 2017 hatte sich das Europäische Parlament mit der Frage befasst. Die Deutsche Stiftung Meeresschutz, wie auch zahlreiche andere Meeresschutzorganisationen, beteiligte sich aktiv an einer Initiative des European Marine Programme von The Pew Charitable Trust.

Gemeinsam forderten wir die Abgeordneten des EU-Parlaments auf, ein seit 2004 bestehendes Verbot für den Einsatz öffentlicher Gelder zum Neubau von Fischereifahrzeugen, aufrechtzuerhalten. Denn der Bau neuer Fangboote mit öffentlichen Geldern untergräbt das Ziel der Gemeinsamen Fischereipolitik, die Überfischung zu beenden.

Auch wenn es gelang, zahlreiche Abgeordnete auf unsere Seite zu ziehen, konnte sich die Meeresschutz-Koalition am Ende leider nicht durchsetzen. Schlussendlich unterstützte eine Mehrheit des Parlaments mit 358 zu 240 Stimmen den Antrag.