IWC will Vaquita retten

Vaquita im Golf von Kalifornien.

Vaquita im Golf von Kalifornien.
Foto: ©Paula Olson/NOAA/public domain

Illegale Stellnetzfischerei droht die letzten Kalifornischen Schweinswale auszurotten

Vaquitas gelten aufgrund ihres sehr kleinen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) verbunden mit dem enorm hohen Nutzungsdruck in ihrem Lebensraum als eine der am stärksten vom Aussterben bedrohte Meeressäugerart der Welt.

Die nur etwa 1,5 Meter groß werdenden Vaquitas (Phocoena sinus), auch Kalifornische Schweinswale genannt, gehören zu den kleinsten Delfinartigen, die es gibt. -> WEITERLESEN <-

Fischerei vernichtet die Ozeane

Die industrielle Fischerei ist die mit Abstand gefährlichste Bedrohung für das Leben in den Meeren. Sie droht unsere Ozeane in eine leblose Wasserwüste zu verwandeln. Gnadenlos wird mit immer größerem Aufwand noch der „letzte Fisch“ aus dem Wasser geholt. Bis in die Tiefsee dringt man heute mit Grundschleppnetzen vor und zerstört unwiederbringlich einmalige Lebensräume und Lebensgemeinschaften.

Schätzungsweise 3,2 Millionen Fangboote werden weltweit auf den Meeren und an den Küsten eingesetzt. Doch nur von einem Prozent dieser Boote geht der hauptsächliche Überfischungsdruck aus: 35.000 Industrieschiffe fangen über die Hälfte der weltweiten jährlichen Fangmenge im Meer und 80 Prozent des gehandelten Fischs.

Die Überfischung ist heutzutage unbestreitbar vor allem Folge der Industriefischerei und deren technischer Aufrüstung. Ihre „Fangstrategien“ sind durch den Einsatz entsprechender Techniken (Fischfinder, satellitengestützte Informationen usw.) sehr effektiv. Und trotzdem hat all der technische Aufwand die globalen marinen Fangmengen von etwa 80 Millionen Tonnen Fisch jährlich nicht steigern können. Ist eine Art erschöpft , verlagert sich der Fischereidruck auf andere noch nicht überfischte Bestände. Viele Fischbestände sind bereits so stark dezimiert, dass eine fischereiliche Nutzung aus biologischer Sicht nicht mehr zu verantworten ist. Laut Studien der FAO (Welternährungsorganisation) sind bereits über 70 % der Bestände kommerzieller Fischarten überfischt oder erschöpft. Die Folgen sind nicht nur für den Menschen gravierend, sondern für alles Leben in den Meeren.

Maßnahmen zur Bekämpfung der Überfischung gibt es viele, z.B. selektivere Fangtechniken, Quotenregulierung für zulässige Gesamtfangmengen, Schutzgebiete und Schonzeiten für gefährdete Fischarten oder Öffnung versperrter Wanderrouten für Zugfische. Diese werden seit Jahren nicht nur von Meeresschutzorganisationen aus aller Welt gefordert. Wissenschaftliche Fischereikommissionen z.B. von der EU raten zu drastischen Einschränkungen der Fischerei. Doch das Gegenteil passiert. Regionale Fischereiabkommen erweisen sich als wirkungslos und regelmäßig knickt die Politik – allen voran die EU – vor der Fischereilobby ein. Gefälligkeiten, z.B. durch Subventionen für den Ausbau von Fischfangflotten unter dem Deckmantel einer nachhaltigen Fischerei sind an der Tagesordnung – bis der letzte Fisch gefischt sein wird.

In einer Studie haben 14 Meeresbiologen und Wirtschaftswissenschaftler die Entwicklung der Fischbestände in den Weltmeeren über die vergangenen rund 50 Jahre analysiert. Ihr Fazit ist deutlich: Ändert sich nichts, dann gibt es noch vor dem Jahr 2050 in den Ozeanen keinen Seefisch mehr…

Proteste nach Umweltkatastrophe in Vietnam

Nach Umweltschäden von ca. 1 Billion US-Dollar: Mutige Proteste und Klagewelle gegen Umweltsünder Formosa Steel

Am 2. Oktober 2016 versammelten sich rund 20.000 Demonstranten vor dem Stahlwerk Formosa Steel und forderten den Abzug des weltweit für Umweltskandale berüchtigten taiwanesischen Konzerns aus Vietnam sowie eine angemessene Entschädigung für die Betroffenen und zur Behebung der Umweltschäden. Im April war es zu eine Umweltkatastrophe und einem Massensterben von Fischen gekommen, nachdem aus dem Stahlwerk – angeblich wegen eines Stromausfalls – giftige Abwässer ungeklärt ins Meer gelangten. Tausende Fischerfamilien verloren ihre Existenzgrundlage, das marine Ökosystem soll auf Jahrzehnte zerstört sein. -> WEITERLESEN <-

Fischsterben Vietnam: Küste verseucht

Keine Lösung für Säuberung in Sicht

Ein massives Fischsterben in Vietnam sorgte Anfang April für Entsetzen. Auf einem über 200 km langen, sich über die vier vietnamesischen Provinzen Ha Tinh, Quang Binh, Thua Thien-Hue, Quang Tri erstreckenden, verseuchten Abschnitt der Küste wurden schätzungsweise 277 Tonnen Fische angeschwemmt bzw. starben in den zahlreichen Fischfarmen, wie vietnamesische Medien berichteten. Als Verursacher wurde Ende Juni das Stahlwerk Formosa Steel ausgemacht. Aufgrund eines mehrtägigen Stromausfalls habe die Kläranlage nicht ordnungsgemäß funktioniert, gab man auf einer Pressekonferenz bekannt. Die ungeklärten Abwässer sollen das Meer mit den Umweltgiften Phenol und Cyanid sowie mit Eisenhydroxid verseucht haben, wie vietnamesische Medien berichten. -> WEITERLESEN <-

Umweltkatastrophe in Vietnam

Küstengewässer auf Jahrzehnte zerstört – Massives Fischsterben – Hunderttausende verlieren Lebensgrundlage

Ende Juni sollte die Roheisengewinnung im erst Ende 2015 in Betrieb genommenen Stahlwerk Formosa Steel Ha Tinh in Vietnam beginnen. Doch bereits in der Pilotphase kam es zu einer Umweltkatastrophe, die die Küste verseuchte, die Lebensgrundlage vieler Fischer und Aquafarmer zerstörte und auch der Tourismusbranche tiefe Einschnitte bereiten wird. -> WEITERLESEN <-

Karibik: Verbot kommerzieller Hai-Fischerei

Gute Nachrichten für Haie: Neue Schutzgebiete in der Karibik

Die Regierungen der Karibik-Inseln St. Maarten und der Kaiman-Inseln verhängten im Juni 2016 ein Fangverbot für die kommerzielle Haie-Fischerei in ihren Hoheitsgewässern. Gleichzeitig gaben die Curacao und Grenada bekannt, noch im Laufe des Jahres gleichfalls den kommerziellen Fang von Haien verbieten zu wollen. -> WEITERLESEN <-

EU-Verbot für Grundschleppnetze

Wichtiger Erfolg für den Schutz der Tiefsee in EU-Gewässern

Nach einem zähen, vierjährigen Verhandlungsmarathon hat sich die EU endlich auf ein weitgehendes Verbot des Einsatzes von Bodenschleppnetzen in den Tiefseeregionen des Atlantiks ab einer Meerestiefe von 800 Metern verständigt. Der letztendlich dann doch überraschende Durchbruch im Vermittlungsausschuss kam am letzten Tag der niederländischen Präsidentschaft zu Stande. Meeresschützer wie die Deutsche Stiftung Meeresschutz werten die Entscheidung als wichtigen Erfolg für den Schutz der betroffenen Tiefsee-Ökosysteme: „Dennoch fordern wir weiterhin ein generelles Verbot dieser Fangmethode und der Fischerei in der Tiefsee. -> WEITERLESEN <-

MSC-Siegel für überfischten Fisch

Interdisziplinäre Studie zeigt Grenzen MSC-zertifizierter Fischbestände im Nordostatlantik auf

Viele europäische Fischbestände gelten als überfischt oder sind von Überfischung bedroht. Das blaue MSC-Siegel auf Fischprodukten soll garantieren, dass Fisch mit MSC-Zertifizierung aus geprüfter umwelt- und bestandsschonender Fischerei stammt und Verbrauchern damit Sicherheit beim Einkauf vermitteln. In einer interdisziplinären Studie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam mit internationalen Kollegen die Verlässlichkeit des MSC-Fischlabels an nordeuropäischen Fischbeständen geprüft. Ihr Ergebnis: Mehr als zehn Bestände wurden stärker befischt als ökonomisch sinnvoll und ökologisch vertretbar wäre. Die Studie ist online in der internationalen Fachzeitschrift Marine Policy erschienen. -> WEITERLESEN <-

WTO: Umweltstandards sind Handelshemmnisse!

US-Delfischutzstandards sollten geschwächt werden

Nach einem jahrelangen, erbittert geführten Rechtsstreit musste der Delfin- und Verbraucherschutz in den USA vor der Welthandelsorganisation (WTO) Ende 2015 eine Niederlage hinnehmen: Delfintödlicher Thunfisch aus Mexiko sollte in den USA als „delfinsicher“ verkauft werden dürfen! Bisher war diese Bezeichnung dort per Gesetz streng geschützt. Anders als in Deutschland durfte in den USA Thunfisch bisher nur dann als „delfinsicher“ bezeichnet werden, wenn er weder mit Treibnetzen noch durch Setzen von Netzen um Delfinschulen gefangen wurde. Ende 2015 verlangte die WTO von den USA ihre strengen Vorgaben zu lockern. -> WEITERLESEN <-

Dramatisch: Weltweite Überfischung

In etwa 30 Jahren werden rund 90 Prozent aller Fischbestände erschöpft sein

Laut einer neuen Studie von US-amerikanischen Wissenschaftlern verschiedener Forschungsinstitute werden derzeit weltweit zwei Drittel der Fischbestände überfischt. Nur bei rund einem Drittel der über 4.700 untersuchten Fischereien konnten die Wissenschaftler Anzeichen für nachhaltige Bewirtschaftung feststellen. Nur hier besteht die Chance, dass sich die Bestände wieder erholen und langfristig befischbar sein werden. Bei der Studie wurden rund 78 Prozent der weltweiten Fischfangmenge erfasst. Der Meeresbiologe Dr. Boris Worm von der Dalhousie-Universität warnt, dass, sollte sich am Grad der Überfischung nichts ändern, in etwa 30 Jahren rund 90 Prozent aller kommerziell genutzten Fischbestände erschöpft sein werden. -> WEITERLESEN <-