Stop Finning! Stop the trade! 1 Million votes!

Nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) sterben jährlich zwischen 63 und 273 Millionen Haie. Getötet durch Menschenhand. Genaue Zahlen gibt es nicht. Es sind wohl viel mehr. Belastbare Daten fehlen. Anzunehmen ist, dass die Dunkelziffer, auch wegen der weltweiten illegalen Fischerei (IUU), hoch ist. Meist müssen die eleganten Knorpelfische einzig und allein wegen ihrer Flossen ihr Leben lassen (Shark Finning). Haiflossen gelten in Asien als Delikatesse. So kann eine Portion Haiflossensuppe, die nur wenige Gramm Flossen enthält, bis zu 90 € kosten. Ein lukratives Geschäft. Die Gewinnmargen sind gewaltig!

Wir unterstützen die Europäische Bürgerinitiative für ein Haiflossen-Handelsverbot in Europa

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Stop Finning: Hai ohne Flossen liegt am Meeresgrund.

Foto: Nancy Boucha, www.scubasystems.org 2005/Marine Photobank

Shark Finning – Abschneiden der Flossen bei lebendigem Leib

„Finning“ ist eine grausamse Fischereimethode. Bei lebendigem Leib schneidet man gefangenen Haien erst die Flossen ab. Anschließend werfen die Fischer die flossenlosen Tiere lebend zurück. Es beginnt ein langsames Sterben. Die verstümmelten Haie ersticken, verbluten oder werden lebendig gefressen.

Finning – auch in der EU-Fischerei an der Tagesordnung

Zwar ist Shark Finning seit 2013 in der EU mit der sogenannten „Fins Naturally Attached“-Verordnung (Ganzkörperanlandung) verboten. Dies wird aber kaum kontrolliert. Deshalb kann niemand sagen, wie viele Haiflossen illegal angelandet werden.

EU exportiert jährlich 3.500 Tonnen Haiflossen nach Asien

Abgeschnittene Haiflossen liegen auf einer Karre.

Haiflossen – Foto: Rikke Færøvik Johannessen/Marine Photobank

In Europa findet der Haifang vor allem im Atlantik statt. Hier ist Spanien einer der Weltmarktführer. Allein 2016 landeten spanische Fischer offiziell 53.000 Tonnen Blauhaie an. Das entspricht etwa 1,75 Millionen Tieren.

Die Gesamtfangmenge aller EU-Fangflotten liegt bei 66.194 Tonnen Blauhai. Das entspricht etwa 2,2 Millionen Tieren. Berechnungsgrundlage ist ein Durchschnittsgewicht von etwa 30 Kilogramm pro Blauhai.

Dabei ist ihr Fleisch fast ungenießbar. Wegen seines hohen Harnstoffgehalts riecht und schmeckt es stark nach Ammoniak. Es sei dann man verarbeitet es unmittelbar nach dem Fang. Dies ist den Fischern oft zu mühselig. Derartige Fangmengen lohnen sich also nur für die Flossen.

Trotz zunehmender Bedrohung hat sich die Blauhai-Fangmenge im Atlantik gegenüber dem Anfang des Jahrtausends fast verdoppelt. Doch auch andere Arten der urtümlichen Fische sind betroffen.

Insgesamt exportiert die EU pro Jahr durchschnittlich knapp 3.500 Tonnen Flossen. Das entspricht einem Gesamtwert von etwa 52 Millionen Euro.

Dabei heißt es in der aktuellen „Fins Naturally Attached“-Verordnung: „Haie stellen keine traditionell europäische Speise dar, doch sie sind ein nötiges Element der europäischen marinen Ökosysteme.“

Die Europäische Bürgerinitiative: Stop Finning – Stop the trade

Gemeinsam mit vielen anderen Hai- und Meeresschutzorganisationen fordern wir:

Der Handel mit Haiflossen in Europa muss sofort enden! Es wird Zeit, dass die EU endlich konsequente Maßnahmen für den Schutz der Haie durchsetzt!

Gemeinsam haben wir die Chance, den Haischutz zu verbessern. Für eine erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative benötigen wir 1 Millionen Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern aus der EU bis zum 31. Januar 2022.

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Stop Finning – Europäische Bürgerinitiative für ein Haiflossen-Handelsverbot in Europa

 

Meerwissen für Schlauberger – „Fins Naturally Attached“-Verordnung

Aufbewahren, Umladen und Anlanden von Haiflossen sind in EU-Hoheitsgewässern und auf allen EU-Schiffen ausnahmslos verboten. Die Tiere müssen beim Entladen im Hafen intakt sein. Erst danach darf man die Flossen abtrennen und verkaufen.

Bislang gibt es nur in wenigen Staaten vergleichbare Gesetze zur Ganzkörperanlandung von Haien. So  in den USA, Kanada, Indien, Südafrika, Chile, Costa Rica oder Kolumbien. In anderen Ländern dagegen ist Finning erlaubt. Daher gibt es auf dem weltweiten Markt gewaltige Mengen an Flossen. Die Herkunft ist meist kaum nachvollziehbar. Oft ist sie fragwürdig. Dennoch dürfen auch diese Haiflossen legal in und über Europa gehandelt werden.

Die Europäische Bürgerinitiative

Seit 2012 können EU-Bürger/innen sich mit einer Europäischen Bürgerinitiative direkt an die Europäische Kommission wenden. Mindestens eine Million Unterschriften werden dazu benötigt. Zudem bedarf es einer Mindestanzahl in mindestens einem Viertel der EU-Staaten. In Deutschland sind das z. B. 72.000 Unterschriften. Die Abstimmung findet sowohl schriftlich als auch online statt.

Ist die benötigte Anzahl an Unterschriften fristgemäß erreicht, besteht für die Europäische Kommission Anhörungspflicht. Dabei stellt sich die Initiative bei einer öffentlichen Anhörung im Europäischen Parlament vor.

Innerhalb von drei Monaten wird die Europäische Kommission anschließend Antwort über das weitere Vorgehen geben. Dies führt im besten Fall zu einer Annahme des Vorschlages und einer Gesetzesänderung. Allerdings kann die EU-Kommission eine Bürgerinitiative auch ablehnen, sofern sie Gründe dafür erläutert.

Beispiele für erfolgreiche EU-Bürgerinitiativen:

Verbot von Glyphosat und Schutz von Menschen und Umwelt vor giftigen Pestiziden
Stop Vivisection
Wasser und sanitäre Grundversorgung sind ein Menschenrecht! Wasser ist ein öffentliches Gut und keine Handelsware!

Übersicht der laufenden Initiativen