Explosive Offshore-Windkraft

Zunahme von Vernichtungssprengungen durch Ausbau der Offshore-Windkraft

Umwelt- und Meeresschützer warnen vor massiven Umweltschäden durch die Sprengung von Munitionsaltlasten im Zuge des forcierten Aufbaus von Offshore-Windkraftparks in Nord- und Ostsee. Experten schätzen, dass Allierte und Wehrmacht während und nach dem 2. Weltkrieg rund 1,6 Millionen Tonnen Munitionsaltlasten in deutschen Gewässern versenkten. Heute, siebzig Jahre später, ist die vor sich hin rottende Munition ein gewaltiges Umweltproblem. Zusätzlich verschärft wird es nun durch den Ausbau der Offshore-Windkraft.

Meeressäuger besonders gefährdet

Sprengung einer Seemine vor Heidkate in der Ostsee. Foto: S.Koschinski

Sprengung einer Seemine vor Heidkate in der Ostsee.
Foto: S.Koschinski

Neben einer großflächigen toxischen Belastung mit Munitionsinhaltsstoffen ergibt sich für alle Meerestiere, insbesondere für Meeressäugetiere wie z.B. Schweinswale, eine besondere Gefahr. Denn üblicherweise beseitigt man marine Großmunition mit Vernichtungssprengungen. Doch noch in einer Entfernung von mehreren Kilometern kann dies für einen Schweinswal tödlich sein. Folgen von Unterwasserexplosionen sind neben Lungenrissen, Blutungen in Ohr oder Gehirn. Auch bleibende Hörschäden kann eine Schockwelle hervorrufen.

Deutlich mehr Vernichtungssprengungen durch Offshore-Windkraft Ausbau

Umweltschützer registrieren mit Sorge eine Zunahme von Vernichtungssprengungen beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen. 2012 gab es on der Nordsee gab es 10 Vernichtungssprengungen. Nur zwei Jahre später zählte man in den Windpark Baufeldern oder auf den Kabeltrassen bereits 25.

Und in diesem Jahr gab es allein in den ersten fünf Monaten schon über 40 Sprengungen. Weitere sollen in Kürze folgen. Da die Explosionen fernab der Küste stattfinden, erfährt die Öffentlichkeit davon in der Regel nichts.

Wirkungsloser Schallschutz

Zwar empfiehlt die Genehmigungsbehörde, das BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg), für Sprengungen in Windpark Baufeldern zur Verringerung der Schockwelle die Verwendung eines Blasenschleiers. Doch kontrolliert wird das nicht.

Zudem existieren keine Handlungsanweisungen, wie ein Blasenschleier konstruiert sein muss. Somit ist zu befürchten, dass auch nutzlose Blasenschleier eingesetzt werden. Nur um BSH-Vorgaben zu erfüllen.