Weltklimavertrag vernachlässigt Ozeane

Nur intakte Meere können den Klimawandel bremsen

Erstmals haben sich fast alle Staaten der Erde mit dem Weltklimavertrag auf die Einhaltung verbindlicher Klimaschutzziele geeinigt. Das ist ein auf den ersten Blick großartiger Erfolg. Doch ob es gelingt, die Erderwärmung auf unter 2 Grad zu begrenzen, steht in den Sternen. Es könnte zu wenig, zu spät sein. Und die Einflüsse des Klimawandels auf die Ozeane spielten auf der Konferenz leider nur eine Nebenrolle. Die Ozeane haben z.B. in den vergangenen 50 Jahren global rund 20 Prozent ihres Sauerstoffgehalts eingebüßt. Ausgerechnet bei uns vor der Haustür findet man die weltweit größte Sauerstoffmangelzonen menschlichen Ursprungs. In der Ostsee hatten sich die sogenannten Todeszonen 2014 bereits auf eine Fläche von 60.000 Quadratkilometern ausgebreitet.

Unstrittig ist, dass es gewaltiger Anstrengungen im Meeresschutz bedarf, um die Rolle der Ozeane als Klimaregulator der Erde zu stärken. Die Übernutzung durch Überfischung, Rohstoffabbau, Verlärmung und Verschmutzung hat schon jetzt beängstigende Ausmaße angenommen. Mit der Folge, dass die Meere wichtige Funktionen im Klimahaushalt nicht mehr erfüllen können.

Weltklimavertrag allein bietet keine Garantie zur Begrenzung der Erderwärmung

Containerschiff im Hafen von Honiara.

Containerschiff im Hafen von Honiara.
Foto: (c) Wolcott Henry 2005/Marine Photobank

So ist es mehr als bedauerlich, dass die Emissionen aus internationalem Luft- und Schiffsverkehr nicht in den Weltklimavertrag von Paris einbezogen werden. Dabei verursacht allein der Schiffsverkehr bereits jetzt rund drei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes, mit steigender Tendenz.

Entscheidend wird sein, ob es gelingt, auch globaler Ebene ein Umdenken für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Ozeane einzuleiten. Nur intakte Meere können helfen, die Folgen des Klimawandels einzudämmen.

Über 90 Prozent des weltweiten Kohlendioxids durchlaufen den marinen Kohlenstoffkreislauf. Dabei speichert er fast 30 Prozent des menschgemachten Kohlendioxids. Entweder gelöst in kalten Tiefenströmen gelöst oder gebunden in absinkender Biomasse am Meeresboden.

Und etwa 50 Prozent des Sauerstoffs auf der Erde stammt von Pflanzen im Meer.

Klimawandel droht den Meeren den Rest zu geben

Der Klimawandel zeigt bereits jetzt seine gefährlichen Folgen. Der pH-Wert des Meerwassers sinkt, wenn sich Kohlendioxid übermäßig löst und dadurch Kohlensäure gebildet wird. In der Folge wird das leicht basische Meerwasser insgesamt saurer. Kalkbildende Organismen wie Korallen, Muscheln und Schnecken haben es zunehmend schwer zu überleben. Kalkschalen und –skelette werden vom sauren Wasser angegriffen und aufgelöst. Fischlaich und Larven werden geschädigt. Und die Reproduktionsrate von Algen sinkt.

Kein Ende der maßlosen Ausbeutung in Sicht

Doch trotz aller Warnsignale aus dem Meer sollen auch noch die letzten unberührten Regionen der Weltmeere in der Arktis oder der Tiefsee nach Rohstoffen ausgebeutet werden. Die Widerstandskraft der Ozeane ist aufgebraucht! Mit Abkommen wie dem Weltklimavertrag, die vorrangig „die Gemüter beruhigen“, kann man weder die Meere retten, noch den Klimawandel aufhalten.