Weltkorallenriffkongress ICRS 2021

Ursprünglich war der Weltkorallenriffkongress (International Coral Reef Symposium/ICRS) für den Sommer 2020 in Bremen geplant. Doch wie bei vielen Dingen in dem Jahr durchkreuzte die globale Covid-19-Pandemie diesen Plan. Jetzt, im Sommer 2021, fand die Konferenz endlich statt, im Onlineformat. Ich war sehr gespannt, wie die Organisatoren den Weltkorallenriffkongress im Netz umsetzen würden. Mein Poster und den dazugehörigen Vortrag lud ich bereits vor Konferenzbeginn auf das Portal hoch. Deshalb konnte ich mich während der ICRS komplett auf die Beiträge anderer Teilnehmer und Fragen zu meinem Projekt konzentrieren.

Das war die ICRS 2021

Bequem von meinem Schreibtisch zuhause aus konnte ich diverse interessante Beiträge zu biologischen, ökologischen und sozialen Themen rund ums Korallenriff verfolgen. Fragen stellen und mich mit anderen austauschen. Zur Interaktion gab es zusätzlich Online-Plattformen, auf denen man sich „traf“, mehrere Workshops und Seminare und Mentoring-Events, in denen ich Fragen an erfahrene Wissenschaftler stellen konnte.

Durch diese Bemühungen war ein Networken trotz des virtuellen Formates möglich. Ein anderer Vorteil des Onlineformats ist, dass ich alle Beiträge, die ich im Laufe der Konferenz verpasst habe (es liefen immer mehrere Livestreams gleichzeitig), noch ein ganzes Jahr online anschauen kann.

Die ICRS war eine interessante Erfahrung, bei der ich viel lernte. Trotzdem freue ich mich schon auf die Zeit, in der man Diskussionen wieder persönlich führen kann.

Die ICRS 2022 ist in Präsenz für den nächsten Sommer geplant.


Zum Hintergrund

Vom 19. bis 23. Juli 2021 organisierte die Universität Bremen virtuell das International Coral Reef Symposium (ICRS). Es war die weltweit größte Korallenriffkonferenz. In seiner über 50-jährigen Geschichte fand das ICRS jetzt erstmalig in Bremen, Deutschland und Europa statt.

Das Internationale Korallenriff-Symposium ist die mit Abstand wichtigste Veranstaltung, die sich mit den Korallenriff-Ökosystemen beschäftigt. Hier treffen sich seit 1967 normalerweise alle vier Jahre Menschen aus Wissenschaft, Küstenmanagement, Umweltschutz und Politik und stellen ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor.

Masterarbeit Korallenriffe im Klimawandel auf der ICRS 2021

Wir ermöglichten Masterstudentin Laura Niewendick, die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit über die Widerstandsfähigkeit von Korallen in Zeiten des globalen Klimawandels auf dem ICRS vorzustellen.

Weltweite Korallenriffkrise

Doktorfisch im Fischernetz

Überfischung gehört zu den großen lokalen Stressfaktoren, die Korallenriffe gefährden. Insbesondere die Entnahme der pflanzenfressenden Arten, wie dieser gefangene Doktorfisch, schädigt das Riff. Steinkorallen und Algen kämpfen in jedem Riff um die Siedlungsplätze. Werden die Algen nicht von pflanzenfressenden Fischen abgeweidet, verlieren die Korallen den Kampf und die Riffe veralgen. Ägypten, Sinai, Dahab, Rotes Meer, Stellnetz auf dem Riffdach. Copyright/Quelle: Heinz Krimmer/www.ICRS2020.de

„Wir befinden uns in einer weltweiten Korallenriffkrise. Global sind 30 Prozent aller Korallenriffe schon verloren, 40 Prozent massiv bedroht und nur noch weniger als 30 Prozent in einem vergleichsweise guten Zustand,“ sagt Professor Christian Wild von der Universität Bremen, der die Veranstaltung mit seinem Team organisiert. Ursachen der sind vor allem Klimawandel, Überfischung und die Verschmutzung der Meere.

Strategiepapier zur Lösung der Korallenriffkrise

Auf der ICRS 2021 VIRTUAL wurde ein bedeutendes Strategiepapier mit dem Titel „Rebuilding Coral Reefs: A Decadal Grand Challenge” der Öffentlichkeit vorgestellt.

Es richtet sich weltweit an Entscheidungstragende aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. „Wir wollen darin die Dringlichkeit von Maßnahmen deutlich machen, die zum Schutz und zur Wiederherstellung von Korallenriffen nötig sind“, sagt Dr. Sebastian Ferse vom Organisationskomitee. Er ist Wissenschaftler am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen.

Das Strategiepapier bietet eine Zusammenfassung der relevantesten und neuesten natur- und sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse. Somit liefert es die Grundlage für Diskussionen und Verhandlungen zu Umwelt- und Naturschutz, Klimawandel und nachhaltiger Entwicklung auf lokaler und globaler Ebene.

👉Download Strategiepapier „Rebuilding Coral Reefs: A Decadal Grand Challenge”

 

Langschnäuziger Korallenwächter

Viele Fisch- und wirbellose Arten in den Korallenriffen sind von einer oder wenigen Korallenarten abhängig. Sie haben sich auf bestimmte ökologische Nischen spezialisiert. Verschwinden diese Korallenarten durch die Folgen menschlichen Handelns wie CO2-Emissionen, physische Zerstörung oder Verschmutzung durch Sediment, Gift- oder Nährstoffe, dann bedeutet dies auch das Ende für die von ihnen abhängenden Arten. Copyright/Quelle: Heinz Krimmer/www.ICRS2020.de