Deutsche wollen mehr Meeresschutz

Plastikmüll im Meer wird als Bedrohung gesehen – Große Unterstützung für Meeresschutzgebiete

Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Plastik-Vermüllung der Meere als Gefahr für den Naturschutz. Zudem unterstützt sie die Einrichtung von Meeresschutzgebieten. Dies untermauert die aktuelle Naturbewusstseinsstudie, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, am 06. Juli 2018 in Berlin vorstellten. So wünscht sich eine Mehrheit der Deutschen mehr Meeresschutz sowie strengere Gesetze. Besonders die Fischerei soll mehr für den Schutz der Meeresumwelt tun. Zudem wollen Verbraucherinnen und Verbraucher sich darauf verlassen können, dass der Handel keine Produkte von bedrohten Fischarten anbietet.

Plastik-Vermüllung gefährdet Ökosysteme auf dem ganzen Planeten

Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte dazu: „Im Kampf gegen den Plastikmüll in unseren Meeren unterstützt uns fast die gesamte Bevölkerung. Die Vermüllung gefährdet Ökosysteme auf dem ganzen Planeten. Wir müssen daher weltweit überflüssiges Plastik vermeiden und den Rest im Kreislauf halten und recyceln.“

Junger Albatros mit 306 Plastikteilen im Magen.

Junger Albatros mit 306 Plastikteilen im Magen. Foto: Claire Fackler, NOAA National Marine Sanctuaries/Marine Photobank.

Mehr Meeresschutz: Neun von zehn Befragten befürworten die Einrichtung von Naturschutzgebieten in Nord- und Ostsee

Zum ersten Mal wurde mit einer Naturbewusstseinsstudie die Einstellung der Deutschen zum Meeresnaturschutz detailliert abgefragt. Es zeigt sich, dass Schutz und nachhaltige Nutzung der Meere für die Bevölkerung sehr wichtig sind. So befürwortet eine überwältigende Mehrheit von 94 Prozent Naturschutzgebiete in Nord- und Ostsee. 53 Prozent halten solche Gebiete sogar für „sehr wichtig“. Zudem sprechen sich 83 Prozent für strengere Regeln und Gesetze aus. Besonders für die Fischerei, selbst wenn dadurch die Fischpreise steigen.

Wichtig ist den Deutschen auch, dass der Handel keine Fischprodukte von bedrohten Arten anbietet. Während sich 92 Prozent dafür aussprachen, befürworten 90 Prozent eine Kennzeichnung von Fischprodukten aus naturschonender Fischerei.

Unter den wahrgenommenen Gefährdungsursachen steht die Plastik-Vermüllung der Meere an erster Stelle. Darin sehen 78 Prozent ein „sehr großes Problem“. Dichtauf folgen Erdölverschmutzung (71 Prozent) und radioaktive Abfälle (66 Prozent).

Die Naturbewusstseinsstudie: Wertvolle Grundlage zu gesellschaftlichen Einstellungen zur Natur und biologischen Vielfalt

Neue kostenlose Handy-App für mehr Umweltbewusstsein.

Das Mülheimer IT-Unternehmen TRIBOOT Technologies möchte in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Meeresschutz (DSM) und OceanCare spielerisch das ernste Thema Vermüllung der Meere, insbesondere durch Plastikmüll, erfahrbar machen.

Der aktuellen, mittlerweile fünften Naturbewusstseinsstudie liegt eine bundesweite Befragung zum Jahresende 2017 zugrunde. Insgesamt 2.065 zufällig ausgewählte Personen aus der deutschsprachigen Wohnbevölkerung ab 18 Jahren nahmen daran teil.

Mit Naturbewusstseinsstudien werden die gesellschaftlichen Einstellungen zur Natur und biologischen Vielfalt erfasst. Die daraus resultierenden aktuellen und empirisch abgesicherte Daten sind wiederum wichtig für die Naturschutzpolitik, den öffentlichen Diskurs und die Bildungsarbeit.

Naturbewusstseinsstudien werden im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz seit 2009 alle zwei Jahre veröffentlicht.
Quelle: Bundesumweltministerium / Bundesamt für Naturschutz (BfN)