Neuer Biokunststoff für Lebensmitteltransportboxen

Biobasiertes Material aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzt Plastik

Frische Lebensmittel müssen über weite Strecken sicher in die Supermärkte transportiert werden. Daher greift der Handel hier gerne auf Transportboxen aus Hohlkammerstegplatten zurück. Sie ähneln Wellpappkartons, sind aber wasserfest. Bisher ließen sie sich nicht aus Biokunststoff herstellen. Doch jetzt hat das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT zusammen mit internationalen Partnern ein biobasiertes, kompostierbares Material entwickelt. Dieses hält den komplexen Anforderungen von Lebensmitteltransportboxen stand. Deshalb kann es zukünftig gängige fossile Kunststoffe (Plastik) ersetzen.

Alternative auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen

Transportbox mit Hohlkammerstegplatten aus Biokunststoff.

Transportbox mit Hohlkammerstegplatten aus Biokunststoff. Jetzt soll das neue Material für Anwendungen im Blumenzucht- und Gartenbaubereich weiterentwickelt werden. © Fraunhofer UMSICHT

Derzeit bestehen Hohlkammerstegplatten meist aus Polypropylen (PP). Nun gibt es eine Alternative auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen. Forscher von Fraunhofer UMSICHT haben eine maßgeschneiderte Mischung (»Blend«) aus Biokunststoffen entwickelt. Dieses weist ähnliche Eigenschaften auf, wie das zu ersetzende PP-Blend: geringes Gewicht bei dennoch starker Belastbarkeit. Und im Gegensatz zu Kartons aus Wellpappe sind sie wasserdicht, wasserfest und leicht zu reinigen.

Erfolgreicher Pilotversuch mit kolumbianischen Industriepartner

Das Projekt schloss mit einem Pilotversuch bei einem Industriepartner aus Kolumbien ab. Hohlkammerstegplatten aus Biokunststoff können jetzt zur Herstellung von Transportboxen für den Export von Blumen, verderblichen Früchten oder Fisch eingesetzt werden.

Transnationale Zusammenarbeit

Herstellung der Hohlkammerstegplatten

Herstellung der Hohlkammerstegplatten: Die enge Zusammenarbeit der beiden Forschungsinstitute Fraunhofer UMSICHT und ICIPC war für die Entwicklung des innovativen Biokunststoffs von großem Wert. Dadurch konnte eine schnelle praxisnahe Umsetzung verwirklicht werden. © Fraunhofer UMSICHT

Diese Materialentwicklung war Teil eines Forschungsprojekts im Rahmen des Bioökonomie-International-Programms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Unter der Leitung vom Fraunhofer UMSICHT haben vier Partner aus Deutschland und Kolumbien ihr Wissen und ihre Erfahrung geteilt. Gemeinsam entwickelte man die Hohlkammerstegplatten aus Biokunststoff:

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Oberhausen

Instituto de Capacitación e Investigatción del Plástico y del Caucho (ICIPC), Medellín, Kolumbien

FKuR Kunststoff GmbH, Willich

Compañía de Empaques S.A., Medellín, Kolumbien.

Förderhinweis
Das Projekt » Bioökonomie International 2015: Bio-MS – Entwicklung einer neuartigen Stegplatte aus Biokunststoffen« (FKZ 031B0240A) wurde in den Jahren 20016 bis 2018 im Rahmen der Fördermaßnahme »Internationale Kooperationen« der Bundesregierung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Quelle: Fraunhofer UMSICHT, Biobasierte Kunststoffe – Pressemitteilung vom 7.3.2019