Petition „Kein Phosphatabbau vor Namibia“

Online-Petition von Naturschützern aus Namibia: “Say No to Marine Phosphate Mining!”

Bitte mitmachen und weitersagen! Die Petition “Say No to Marine Phosphate Mining!” fordert den Umweltminister von Namibia auf, keine Genehmigung zum Phosphatabbau im Meer zu erteilen. Seit Jahren kämpfen namibische Naturschützer gegen den geplanten Phosphatabbau vor ihrer Küste.

Großflächige und unwiederbringliche Zerstörung mariner Lebensräume

Der weltweit begehrte Rohstoff wird vorwiegend als Düngemittel in der Landwirtschaft verwendet. Die Naturschützer befürchten eine großflächige und unwiederbringliche Zerstörung des marinen Lebensraumes mit verheerenden Folgen für Meerestiere, darunter ohnehin schon gefährdete Arten, und letztendlich auch für die Wirtschaft. Unter eklatanter Missachtung namibischer Gesetze hatte das Umweltministerium noch vor Abschluss einer Umweltverträglichkeitsprüfung zunächst eine Genehmigung erteilt, musste diese aber unter Androhung einer Klage wieder zurückziehen. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

90 Prozent der weltweiten Phosphatvorkommen befinden sich im Meeresboden

Führende Ozeanologen weltweit sehen den Offshore-Phosphatabbau mit großer Sorge.

Führende Ozeanologen weltweit sehen den Offshore-Phosphatabbau mit großer Sorge. Foto: PIXABAY

Die im Meer vorhandenen Phosphatlagerstätten machen nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung rund 90 Prozent aller Phosphatvorkommen aus.

Daneben gibt es magmatisch gebildete Lagerstätten sowie wirtschaftlich allerdings kaum noch bedeutende Guanoablagerungen, also ausgetrocknete und verwitterte Exkremente von Seevögeln.

Erst Ende September übergaben knapp 6000 junge Namibier dem Umweltministerium Petitionen, mit denen sie gegen den geplanten Offshore-Phosphatabbau protestierten.

Auszüge aus der noch laufenden Online-Petition auf avaaz.org:

Terrestrischer Phosphatabbau ist extrem umweltschädlich: Phosphatgestein enthält verschiedene Metalle, etwa Schwermetalle wie Cadmium, Arsen, Blei, Quecksilber, Chrom, Vanadium und Selen, sowie die radioaktiven Elemente Uran und Thorium. Bei vom Meeresboden abgebautem Phosphat ist der Gehalt an radioaktiver Materie in der Regel sehr viel höher.

Folgen und Gefahren beim Phosphatabbau im Meer:

Führende Ozeanologen weltweit sehen den Offshore-Phosphatabbau mit großer Sorge. Die Regierung des australischen Northern Territory verhängte vorbehaltlich weiterer Umweltverträglichkeitsprüfungen ein Moratorium für jeglichen Meeresbergbau. Sie sieht darin eine große Gefahr für die Umwelt.

Namibia erließ 2013 ein Moratorium für marinen Phosphatabbau, bis eine strategische Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt ist. Doch noch vor deren Abschluss erteilte das Umweltministerium einer Firma eine entsprechende Genehmigung, obwohl andere Länder den Offshore-Phosphatabbau aufgrund der Gefahren für die marine Umwelt wiederholt verboten haben.

Lösliche Phosphate gelangen ins Wasser und agieren wie Dünger, fördern so Algenblüte und schädigen Schalentiere und andere Meerestiere.

Lösliche Phosphate gelangen ins Wasser und agieren wie Dünger, fördern so Algenblüte und schädigen Schalentiere und andere Meerestiere. Foto: PIXABAY

So verweigerte Mexikos Regierung 2016 der Firma Don Diego die Genehmigung, weil durch den Phosphatabbau am Meeresboden lebende Organismen vernichtet worden wären, die wiederum die Nahrung der gefährdeten Unechten Karettschildkröte bilden.

Experten aus der ganzen Welt weisen auf etliche negative Umweltauswirkungen hin, die eingehender Untersuchungen bedürfen und die von den Firmen, die vor der Küste Namibias Phosphat abbauen wollen, bis heute nicht angesprochen wurden. Dazu gehören:

Auswirkungen auf das Meer:
  • Durch die 3-6 m tiefen Ausgrabungen im Meeresboden zerstören Bausteine des marinen Ökosystems im Benthal unwiederbringlich. Das Nahrungsnetz für gefährdete Meeresschildkröten, Meeressäuger, Fische und letztendlich auch für Menschen wird geschädigt.
  • Vernichtung der Laichplätze von Fischarten wie Seeteufel und Seehecht.
  • Der Abbau hat potenziell negative Auswirkungen auf das Ablaichen der Fische.
  • Ein gestörtes Ökosystem (Trübung) kann sich negativ auf Meeresräuber wie Seehechte und gefährdete Brillenpinguine auswirken.
  • Es besteht tödliche Gefahr für Meerestiere durch die Freisetzung umweltschädlicher Substanzen wie radioaktive Stoffe, Methangas und Hydrogensulfid; auch viele kommerziell genutzte Fischbestände werden davon betroffen sein, wie Seehecht und Seeteufel, in der Folge drohen Einbrüche in Verkauf und Export.
  • Schadstofffahnen schädigen Zooplankton, ein Baustein des Ökosystems des Benguelastroms (kalte Meeresströmung im Südatlantik), und in der Folge andere Meereslebewesen, wie zum Beispiel gefährdete Meeressäuger.
  • Lösliche Phosphate gelangen ins Wasser und agieren wie Dünger, fördern so Algenblüte und schädigen Schalentiere und andere Meerestiere.
  • Lärm und Giftmüll wirken sich schädlich auf Meeressäuger aus und können sie sogar irreversibel schädigen.
  • Die Aquakultur wird durch die schlechte Qualität des Meerwassers beeinträchtigt.
Auswirkungen an Land:
  • Gemäß Umweltverträglichkeitsprüfung sollen pro Betriebswoche 125.000 Tonnen Phosphat sowie radioaktiver Müll und anderer Abfall an der Küste entsorgt werden, der dann alle zwei bis drei Tage abtransportiert wird. Es handelt sich dabei um radioaktive Substanzen, die mit Sicherheit nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Bevölkerung schädigen.
  • Gesetzlich geschützte Ökosysteme an Land werden geschädigt: Geplant ist die Errichtung eines Absetzteichs für radioaktive Substanzen in Sandwich Harbour, einem international geschützten RAMSAR-Gebiet und Nationalpark.
  • Eine Pipeline zum Transport radioaktiver Substanzen soll durch zwei Nationalparks verlaufen, sodass Mensch und Tier direkter Radioaktivität ausgesetzt sein werden.
  • Eine Aufbereitungsanlage und ein Abraumdamm der Abwasserwerke in der Walvis Bay werden radioaktive Substanzen und Chemikalien ins Grundwasser und in die Luft leiten.
  • Durch potenzielle Flutereignisse und Ansteigen des Meeresspiegels werden in der Stadt Walvis Bay und in den umgebenden Nationalparks radioaktive und chemische Abfälle freigesetzt.
  • Zusätzliche Gefahren für Meereslebewesen entstehen durch die Rückleitung von Abfallstoffen und Seewasser ins Meer.
  • Pro Stunde werden 320 Kubikmeter Süßwasser (kein Trinkwasser) benötigt: Unter den Folgen werden die umliegenden Gemeinden in den Wüstengebieten und die Umwelt generell leiden, denn Süßwasser ist eine lebenswichtige Ressource, insbesondere in der hyperariden Küstenzone in den Trockenzeiten.