Pottwal stirbt mit 22 Kilo Plastik im Magen

Tragisch: Das Weibchen war schwanger

Schon wieder fanden Umweltschützer große Plastikmengen im Magen eines gestrandeten Leviathans. Diesmal strandete ein Pottwalweibchen in der Nähe des Urlaubsortes Porto Cervo an der Küste von Sardinien. Es starb Ende März und es starb nicht allein. Denn die Walkuh war schwanger. Ihr Baby ist nach Ansicht von Experten wohl bereits vor der Strandung gestorben. Im Magen des Pottwals hatten sich sage und schreibe 22 Kilogramm Plastikmüll angesammelt. Unter den unverdaulichen Kunststoffteilen befanden sich Fischernetze, Müllsäcke, auch die Verpackung eines Waschmittels mit noch lesbarem Barcode.

In zwei Jahren mindestens fünf an Plastikmüll verendete Wale

Gestrandete Pottwale, Perkins Island, Tasmanien.

Pottwalstrandungen sind keine Seltenheit. Am 23. Januar 2009 strandeten über 50 Pottwale am Strand von Perkins Island an der Mündung des Duck River nahe Smithton im Nord-Westen von Tasmanien.
Foto: Tim Alexander/Tasmanian Aquaculture and Fisheries Institute/Marine Photobank

Erst Mitte März fand man an einem Strand auf den Philippinen einen jungen Cuvier-Schnabelwal. Sein Magen war gefüllt mit 40 Kilogramm Plastik. Unter anderem hatte er 16 Reissäcke aus Kunststoff, vier Säcke aus dem Bananenanbau und etliche Einkaufstüten verschluckt. Mindestens drei weitere Wale sollen in den vergangenen zwei Jahren wegen zu viel verschlucktem Plastikmüll verendet sein.

Plastikmüll im Magen: Leicht, praktisch und ewig haltbar

Niemand kann sagen, wieviel Plastikmüll jährlich in den Meeren landet. Sind es über vier, über acht oder gar bis zu 13 Millionen Tonnen? Es kursieren eine Unmenge von Zahlen. Keine ist abgesichert. Schön auf den Punkt gebracht wird dies von der Wissenschaftsjournalistin Anja Krieger auf ihrem Plastik-Blog: „Manche Zahlen sind wie Plastik: Leicht, praktisch und ewig haltbar.“ Es ist in jedem Fall zu viel, denn Plastikabfälle sind tödlich.

Meldungen über gestrandete Meeressäuger häufen sich

Auch die im Januar und Februar 2016 entlang der Nordseeküste gestrandeten 30 jungen männlichen Pottwale hatten viel Plastikmüll im Magen. Doch ihnen wurde ein Navigationsfehler zum Verhängnis. Sie waren falsch abgebogen, strandeten schließlich und starben an Herz- und Kreislaufversagen.
Foto oben: Sonja von Brethorst, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover