Stoppt den Fehmarnbelt-Tunnel

Eine finstere Allianz aus Schwarz, Rot, Grün in Bund und Land hat in trauter Einigkeit mit großen Wirtschaftsverbänden Nord- und Ostsee den Krieg erklärt. „Linker Hand“ wütet die Elbvertiefung. Saugbagger massakrieren Tausende Fische, Robben, Schweinswale, Seevögel. Verklappungen von mit Giftstoffen belastetem Baggerschlick in unmittelbarer Nähe des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer drohen ein weltweit einzigartiges Ökosystem zu zerstören. „Rechter Hand“ soll ein gigantischer Tunnel unter der Ostsee gebaut werden. Von Fehmarn bis zur dänischen Insel Lolland. Mit der das Projekt maßgeblich vorantreibenden dänischen Regierung tritt hier ein zusätzlicher apokalyptischer Obskurant ins Rampenlicht.

Hier wie dort sind es lokale Initiativen, Bürger, Städte und Gemeinden, die sich zur Wehr setzen. Denn sie fühlen sich von der „großen“ Politik allein gelassen, verraten und verkauft. Stemmen sich mit viel Elan und Fantasie gegen die Zerstörung ihrer Heimat und die Vernichtung unserer heimischen Meeresartenvielfalt.

Fehmarnbelt-Tunnel: der längste Absenktunnel der Welt

Das Blaue Kreuz.

Das Blaue Kreuz – Symbol für lokalen Bürgerprotest. Foto: © Die Beltretter

„Die Lebensgrundlage einer ganzen Region soll hier unwiderruflich zerstört werden“, warnt Karin Neumann, Mitinitiatorin des Aktionsbündnisses „Die Beltretter“. Denn für den Fehmarnbelt-Tunnel will man die Ostsee auf einer Länge von 18 Kilometern erst auffräsen und dann ausbaggern. Und das ca. 100 Meter breit und 60 Meter tief!

Was „ausbaggern“ bedeutet, bekommen Nordseeanwohner von Cuxhaven bis hinauf zur Halbinsel Eiderstedt gerade auf schmerzhafte Weise zu spüren.

In der Ostsee würde eine von Schlick bedeckte Todeszone auf einer Strecke von 300 Kilometern entstehen. Zusätzlich zu einer jahrelangen Eintrübung des Meerwassers.

Fast 10 Milliarden Euro für einen Prestigetunnel

Beim Fehmarnbelt-Tunnel kämen als zusätzliche Belastungen eine Schienenhinterlandanbindung sowie der Ausbau der Bundesstraße 207 zur Autobahn 1 bis Puttgarden hinzu. Ein Albtraum für Mensch und Natur!

Das Blaue Kreuz.

Foto: © Die Beltretter

Für das dänische Baukonsortium Femern A/S ist der Fehmarnbelt-Tunnel dagegen eine „Lizenz zum Gelddrucken“. Mindestens 6,2 Milliarden Euro schwer ist der Bauauftrag. Hinzu kommen Kosten für die Hinterlandanbindung in Deutschland von mindestens 3 Milliarden Euro. Wofür?

Damit man irgendwann ein wenig schneller von Deutschland nach Dänemark und zurück fahren kann? Autos rasen dann in zehn Minuten auf die andere Seite. Während Züge im Fehmarnbelt-Tunnel das sogar in sieben Minuten schaffen sollen.

Man hofft, die Fahrzeit von derzeit rund 4,5 Stunden von Hamburg nach Kopenhagen um die Hälfte reduzieren zu können. Damit also will man die Wirtschaft beiderseits der Grenze stärken.

Explodierende Kosten für ein überflüssiges Giga-Bauprojekt

Schweinswal Portrait.

Schweinswal – Foto: iStock.com/Brendan Hunter

Jedoch explodieren die Baukosten schon jetzt. Wie bei Stuttgart 21, der Elbphilharmonie oder dem Berliner Flughafen. Da hilft es nichts, dass Verkehrsprognosen ständig weiter nach unten korrigiert werden, der Tunnel auch aus dieser Sicht überflüssig ist.

Seltene Riffstrukturen – einfach übersehen

Und wie schon zuvor bei der Elbvertiefung nimmt man bei den Planungen zum Fehmarnbelt-Tunnel keinerlei Rücksicht auf die Meeresumwelt oder die Belange der Menschen.

Erst gar keine Rolle spielt das Überleben bedrohter Arten wie der Ostsee-Schweinswale oder seltener Ökosysteme. So „übersahen“ die dänischen Tunnelplaner doch glatt, dass es auf der vorgesehenen Baggerstrecke direkt vor Fehmarn eine Reihe besonders geschützter Riffe gibt.

Die sensiblen und seltenen Unterwasserbauwerke hatten Taucher vom NABU erst vergangenes Jahr entdeckt. Eine Untersuchung der Uni Kiel im Auftrag des Landesumweltministeriums bestätigte jetzt ihre Existenz.

Täuscherei, Trickserei oder schlichtweg Unfähigkeit?

Protestaktion Meerestiere auf der Flucht.

Fantasievoller Protest gegen den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels „Meerestiere auf der Flucht“ – Foto: © Die Beltretter

„Wenn das Schlampigkeit der dänischen Tunnelplaner und -lobbyisten gewesen ist, dann muss man sich fragen, wie gefährlich die mit Blick auf die Gesamtplanung des längsten Absenktunnels der Welt ist. Wenn es Vorsatz gewesen ist, dann wäre das unserer Meinung nach ein betrügerischer Akt. Wir haben es also entweder mit Täuschern und Tricksern oder mit unfassbarer Inkompetenz zu tun“, verdeutlichen „Die Beltretter“.

Stoppt den Fehmarnbelt-Tunnel

Wir unterstützen den Kampf von „Die Beltretter“ und anderer Aktionsbündnisse gegen die Zerstörung weiter Teile der Ostsee.

Alle bereits begonnenen Bauvorbereitungen müssen unverzüglich eingestellt werden. Auf dänischer wie auf deutscher Seite!

Rettet die Ostsee! Den Bau des gigantischen Ostsee-Tunnels stoppen!

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Protestaktion gegen den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels: „Meerestiere auf der Flucht“