Immer weniger Nordsee-Schweinswale

Die Zahl der Nordsee-Schweinswale geht stark zurück. Denn zwischen 2002 und 2019 sank ihre Zahl im Durchschnitt um etwa 1,8 Prozent jährlich. Damit dürften hier nur noch rund 23.000 der kleinen Wale leben. Diese besorgniserregende Entwicklung deckte eine Studie von Forschern der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, des Centrums für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg und der Fundación Macuáticos Colombia auf. Das Fachmagazin „Frontiers in Marine Science“ veröffentlichte sie Anfang Januar 2020. Darin sprechen die Autoren von einer besorgniserregenden Entwicklung.

Meeresschutzgebiete ohne Schutzfunktion

Als klares Zeichen einer völlig verfehlten Meeresschutzpolitik ist dabei die Tatsache zu werten, dass ausgerechnet im wichtigen Schweinswal-Schutzgebiet vor Sylt besonders starke Verluste auftreten. Denn am Sylter Außenriff, einer „Schweinswal-Kinderstube“, sank der Bestand um durchschnittlich 3,8 Prozent jährlich. Schweinswalmütter kommen hierher, um ihre Jungen zur Welt zu bringen und die wichtigen ersten Lebenswochen mit ihnen zu verbringen. -> WEITERLESEN <-

Keine neuen Schutzgebiete in der Antarktis!

Meeresschützer enttäuscht – Tagung der Antarktis-Kommission endet ergebnislos

Am 30. Oktober endete die 39. Jahrestagung der „Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis“ (CCAMLR) mit einer großen Enttäuschung. Zur Diskussion standen Vorschläge für die Einrichtung von drei neuen Schutzgebieten in der Antarktis (Marine Protected Areas/MPAs). Doch für keines davon erreichte die CCAMLR die erforderliche Einstimmigkeit. Damit wird das UN-Nachhaltigkeitsziel, bis 2020 rund 10 % der Weltmeere unter Schutz zu stellen, krachend verfehlt.

„Vorerst geht die rücksichtslose Ausbeutung der Ressourcen in der Antarktis also weiter. Das ist ein herber Rückschlag für den Meeresschutz“, kritisiert DSM-Biologe Ulrich Karlowski.

-> WEITERLESEN <-

Auszeichnung für Masterarbeit

Meeresbiologe Julian Engel.

© Kellner-Stoll

Der von uns geförderte Meeresbiologe Julian Engel erhält den „CAMPUS PREIS: Forschen für nachhaltige Zukunft“ 2020 der Universität Bremen. Julian Engel schrieb seine Masterarbeit beim Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) zur Frage, ob man auf der philippinischen Insel Malapascua mit nachhaltigem Haitourismus eine Alternative zum Fang der Tiere und der Haiflossenfischerei schaffen kann. Und es gelang. Als Folge seiner Studie wurde ein Meeresschutzgebiet rund um Chocolate Island im Südwesten von Malapascua eingerichtet. Das Konzept von Julian Engel wird nun von der einheimischen Organisation „People and the Sea“ weiterverfolgt. -> WEITERLESEN <-

Indonesien: Haischutz in der Bandasee

Haie und Rochen langfristig schützen – Schutzzonennetzwerk aufbauen

Der Banda-Archipel ist ein Hotspot der Biodiversität. Hier gibt es sie noch: die ebenso faszinierenden wie hochgradig bedrohten Bogenstirn-Hammerhaie. Aber auch viele andere Hai- und Rochenarten leben hier. Damit das so bleibt und sie eine Überlebenschance bekommen, unterstützen wir BandaSEA e. V. aus Bonn beim Haischutz im Banda Islands Marine Protected MPA Network in Indonesien.

Einrichtung von Haischutzgebieten

2010 gründete ein engagiertes Team aus Meeresbiologen, Tauchlehrern und Projektmanagern mit langjähriger Asienerfahrung BandaSEA.

Banda Islands Marine Protected Area Network.Der Name stammt von den in der indonesischen Bandasee gelegenen Banda-Inseln (Bandas). Hier liegt der Fokus der Meeresschutzarbeit. So gehört auch der Schutz von Haien und Rochen sowie die Einrichtung von Haischutzgebieten zu den Kernaktivitäten.

-> WEITERLESEN <-

Rettungsplan für die Meere bis 2030

10 Jahre für den Schutz der Meere?

Mehr als 100 Umweltschutzorganisationen präsentieren Rettungsplan für gesunde Meere bis 2030

Heute präsentieren 102 Umweltschutzorganisationen, darunter die Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM), Seas At Risk und die Surfrider Foundation Europe das „Blaue Manifest – Blue Manifesto – The Roadmap to a Healthy Ocean in 2030“. Mit diesem Rettungsplan für die Meere werden konkrete Maßnahmen beschrieben, die innerhalb von 10 Jahren umgesetzt werden müssen, um das Ruder herumzureißen. Nur so werde die zunehmende Zerstörung und Verschmutzung der Meere und Küsten umzukehren sein.

Die Organisationen fordern daher unter anderem:

-> WEITERLESEN <-

Konferenz Schutzgebiete für Meeressäuger

5. Konferenz Schutzgebiete für Meeressäuger (ICMMPA – Int. Conference on Marine Mammal Protected Areas)

Grafik von Ilaria Stollberg & Nadja Hohenadl.

Design by Ilaria Stollberg & Nadja Hohenadl, Oban, März 2019

Auf einer Fachkonferenz kommen Naturschützer und Politiker, Journalisten und Industrielle, Forscher, Studenten und viele weitere zusammen, um zu beraten, zu diskutieren und Fragen zu beantworten. Anfang April dieses Jahres waren es ca. 200 Menschen aus der ganzen Welt, die sich in Griechenland trafen.

Die 5. Konferenz Schutzgebiete für Meeressäuger (ICMMPA – International Conference on Marine Mammal Protected Areas) war tatsächlich eine kleine Konferenz. Zur World Marine Mammal Conference im Dezember 2019 in Barcelona werden mehrere tausende Wal- und Delfinfreunde erwartet …

… umso besser für mich, Studentin im zweiten Semester des Meereswissenschaften-Studiums, erst einmal die Atmosphäre einer kleinen Zusammenkunft kennenzulernen. Vom 7. bis 12. April fand die Konferenz statt, in einem Ferienresort in Messinia an der Westküste der Peloponnes-Halbinsel, eine vierstündige Busfahrt von Athen entfernt.

-> WEITERLESEN <-

Neues Schutzgebiet bei den Balearen

Jetzt sind auch die Gewässer zwischen den Balearen und dem spanischen Festland ein besonderes Schutzgebiet von mediterraner Bedeutung (Specially Protected Area of Mediterranean Importance – SPAMI). Dies entschied die 20. Vertragsstaatenkonferenz der Barcelona-Konvention der Mittelmeer-Anrainerstaaten. Für Meeresschützer war das neue Schutzgebiet bei den Balearen wie ein lang ersehntes Weihnachtsgeschenk. Denn die Konferenz tagte vom 17. bis 20. Dezember in Tirana (Albanien).

-> WEITERLESEN <-

Revillagigedo-Archipel

Refugium für Walhaie, Mantarochen und Delfine: Mexiko erklärt Revillagigedo-Archipel zur Schutzzone. Die zur Welterbe-Liste der UNESCO zählende Revillagigedo-Inseln vor der Westküste Mexikos werden zum größten Natur- und Meeresschutzgebiet von Nordamerika. Künftig sind in dem aus vier unbewohnten Vulkaninseln bestehenden und sich über 420 km erstreckenden Archipel Fischereiaktivitäten verboten. 2016 nahm es die UNESCO das Archipel in ihre Welterbeliste auf. -> WEITERLESEN <-

Rossmeer

Wichtiger Erfolg für den “letzten Ozean”: Größtes Meeresschutzgebiet der Welt in der Antarktis mit Fragezeichen

Noch ist das antarktische Rossmeer – der “letzte Ozean” – weitgehend unberührt. Die Chancen stehen gut, dass es so bleiben könnte. Ende Oktober 2016 gelang der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) ein historischer Durchbruch. Denn nach zähen, über fünfjährigen Verhandlungen mit 24 Staaten und der EU wurden rund 1.550.000 Quadratkilometer im antarktischen Rossmeer zum größten Meeresschutzgebiet der Welt erklärt.

Es umfasst eine Fläche ungefähr viermal so groß wie Deutschland. Immerhin. Sicherlich ist dies ein historischer, ein großartiger Erfolg. Schließlich profitieren unzählige Meerestierarten davon. Darunter Wale, Adelie- und Kaiserpinguine, Weddell-Robben oder Krill. Sogar für den durch hemmungslose Tiefseelangleinenfischerei stark überfischen Schwarzen Seehecht ist Entlastung in Sicht. -> WEITERLESEN <-

Neue Haischutzgebiete in der Karibik

Gute Nachrichten für Haie

Im Juni 2016 verhängten die Regierungen der Karibik-Inseln St. Maarten und der Kaiman-Inseln in ihren Hoheitsgewässern ein Fangverbot für die kommerzielle Haifischerei. Gleichzeitig gaben Curacao und Grenada bekannt, noch im Laufe des Jahres gleichfalls den kommerziellen Fang von Haien verbieten zu wollen. Damit erhöht sich die Zahl von Haischutzgebieten auf weltweit 17. Sie umfassen eine Fläche von etwa 20 Millionen Quadratkilometern. -> WEITERLESEN <-

Kermadec Ocean Sanctuary

No-Take-Zone größer als Frankreich

Die Regierung von Neuseeland hat die Einrichtung einer riesigen Schutzzone angekündigt. Die neue No-Take-Zone, das Kermadec Ocean Sanctuary,  umfasst eine Fläche von 620.000 km². Damit ist dieses Meeresschutzgebiet größer als Frankreich. In der noch weitestgehend unberührten Region sind nun für die Meeresumwelt negative Aktivitäten wie Fischfang und die Suche nach Bodenschätzen verboten. In den Gewässern rund um die im südwestlichen Pazifik gelegenen, unbewohnten Kermadecinseln leben zahlreiche seltene und bedrohte Arten, darunter mindestens 35 Delfin- und Walarten, Meeresschildkröten und Vögel. -> WEITERLESEN <-

Siebzig neue EU-Meeresschutzgebiete

Große Chance für den Schutz der Meere

Im Anschluss an die Jahrestagung 2014 der Nordostatlantik-Staaten, auch Oslo-Paris-Konvention (OSPAR) genannt, haben Schottland, Spanien und Portugal über 70 neue EU-Meeresschutzgebiete ausgerufen beziehungsweise angekündigt. Darunter sind auch große Tiefseegebiete und unterseeische Berge. Hier findet man eine besonders vielfältige Unterwasserwelt. Sie sind Lebensraum für zahllose, zum Teil seltene und bedrohte Meerestierarten. Darunter Tiefseehaie, Korallengärten oder Tiefseeschwämme. -> WEITERLESEN <-

Phoenix Islands Protected Area (PIPA)

Logo der Phoenix Islands Protected Area (PIPA), Kiribati.No-Take-Zone so groß wie Kalifornien

Die Regierung des Inselstaats Kiribati verhängte in einem der derzeit größten Meeresschutzgebiete ab Januar 2015 ein Verbot für die kommerzielle Fischerei. Es handelt sich um die über 408.000 km2 umfassende Phoenix Islands Protected Area (PIPA). Das gesamte Schutzgebiet ist jetzt eine “No-Take-Zone”. PIPA (Phoenixinseln) ist ungefähr so groß wie Kalifornien. Seit 2010 steht PIPA auf der UNESCO Welterbe-Liste.

Bislang hatte der auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien im Pazifik gelegene Inselstaat  Fischereilizenzen verkauft. Darunter an Fischereien aus Japan, China oder Taiwan. Mit der neuen “No Take Zone” ist ein sehr artenreiches Meeresgebiet unter Schutz gestellt. Es umfasst elf Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszone des aus einer Vielzahl von Inseln bestehenden Kleinstaates. -> WEITERLESEN <-

Pacific Remote Islands Marine National Monument

US-Präsident Barack Obama vergrößert Meeresschutzgebiet

Es scheint ein Faible von aus dem Amt scheidenden US-Präsidenten zu sein, ökologisch bedeutende Fußabdrücke im Meeresschutz zu hinterlassen. US-Präsident Barack Obama vergrößert das in der Nähe von Hawaii im südzentralen Pazifik gelegene Pacific Remote Islands Marine National Monument Schutzgebiet um fast das Neunfache. Es wäre damit das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Eingerichtet hatte es sein Vorgänger George W. Bush.

Obama macht seinen bedeutsamen Wurf im Meeresschutz bereits zur Mitte seiner letzten Amtszeit. Während es bei George W. Bush eine der letzten Amtshandlungen war. Er hatte das damals weltweit größte Meeresschutzgebiet rund um US-Besitzungen im Südpazifik im Januar 2009 ausgerufen. -> WEITERLESEN <-