Karibik: Verbot kommerzieller Hai-Fischerei

Gute Nachrichten für Haie: Neue Schutzgebiete in der Karibik

Im Juni 2016 verhängten die Regierungen der Karibik-Inseln St. Maarten und der Kaiman-Inseln in ihren Hoheitsgewässern ein Fangverbot für die kommerzielle Hai-Fischerei. Gleichzeitig gaben Curacao und Grenada bekannt, noch im Laufe des Jahres gleichfalls den kommerziellen Fang von Haien verbieten zu wollen. Damit erhöht sich die Zahl von Haischutzgebieten auf weltweit 14. Sie umfassen eine Fläche von über 15,5 Millionen Quadratkilometern.

Die neuen karibischen Schutzgebiete sind Ergebnis wachsenden Engagements von Karibischen und Pazifischen Staaten, die Ausrottung der Haie zu verhindern. Dieses gründet sich auch auf den Ergebnissen eines internationalen Karibischen Haischutz-Symposium, das in Juni auf St. Maarten stattfand. An dem Treffen von Regierungsvertretern und nichtstaatlichen Haischutzorganisation nahm auch der engagierte Haischützer Sir Richard Branson teil.

Haiflossen zum Verkauf in Hong Kong.

Haiflossen zum Verkauf in Hong Kong.
Foto: Jessica King, Marine Photobank

Überwachung kritischer Punkt beim Schutzgebietsmanagement

Entscheidend wird sein, dass wirksame Fischereikontrollen stattfinden. Denn illegal operierende Piratenfischer halten sich nicht an Verbote. So entdeckten entdeckten Philippe Cousteau und seine Frau Ashlan Gorse während Dreharbeiten im weltweit größten Haischutzgebiet bei den Marshall-Inseln, dass hier offensichtlich illegale Fischer am Werk sind. Sie waren auf der Jgd nach Riffhaien. Das Marshall Islands National Shark Sanctuary ist drei Mal so groß wie Kalifornien. Es liegt mitten im Pazifik und ist extrem schwer, zu überwachen. Das wissen auch Piratenfischer, die hier leicht Beute machen können.

Immer mehr Fluggesellschaften weigern sich, Haiflossen zu transportieren

Doch der kommerziellen Hai-Fischerei bläst der Wind noch aus ganz anderer Richtung ins Gesicht. So verkündete die Fluggesellschaft Cathay Pacific aus Hong Kong ein Embargo für den Transport von Haiflossen. Cathay Pacific gehört zu den weltweit größten Frachtfluggesellschaften.

Daher erwarten Meeresschützer, dass das Embargo einen spürbaren positiven Effekt haben wird. Denn neben Cathay weigern sich mittlerweile auch British Airways, American Airlines, Qantas, Singapore Airlines und Emirates Haiflossen zu transportiern. Folglich ist der Import von Haiflossen nach Hong Kong zwischen 2010 und 2015 um 42 Prozent auf 5.717 Tonnen gesunken. Diese Zahlen veröffentlichte die South China Morning Post nach Regierungsangaben.

Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit mehr als 70 Millionen Haie legal und illegal getötet werden. Viele Arten dieser urtümlichen Knorpelfische werden diesen Raubbau nicht überleben. Tragisch ist, dass sie für lächerliche Suppen sterben müssen. Denn Haiflossen finden in Hong Kong reißenden Absatz. Sie landen dort in Haifischflossensuppen oder werden weiter nach China exportiert. Dort finden sie gleichfalls für die Zubereitung von Suppen Verwendung.
Foto oben: Michael J. Lawrence/Marine Photobank