Phoenix Islands Protected Area (PIPA)

Logo der Phoenix Islands Protected Area (PIPA), Kiribati.No-Take-Zone so groß wie Kalifornien

Die Regierung des Inselstaats Kiribati verhängte in einem der derzeit größten Meeresschutzgebiete ab Januar 2015 ein Verbot für die kommerzielle Fischerei. Es handelt sich um die über 408.000 km2 umfassende Phoenix Islands Protected Area (PIPA). Das gesamte Schutzgebiet ist jetzt eine “No-Take-Zone”. PIPA (Phoenixinseln) ist ungefähr so groß wie Kalifornien. Seit 2010 steht PIPA auf der UNESCO Welterbe-Liste.

Bislang hatte der auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien im Pazifik gelegene Inselstaat  Fischereilizenzen verkauft. Darunter an Fischereien aus Japan, China oder Taiwan. Mit der neuen “No Take Zone” ist ein sehr artenreiches Meeresgebiet unter Schutz gestellt. Es umfasst elf Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszone des aus einer Vielzahl von Inseln bestehenden Kleinstaates.

Fischerei ist in der Phoenix Islands Protected Area verboten: Meilenstein für den Schutz mariner Biodiversität

Korallenriff in der Phoenix Islands Protected Area (PIPA), Kiribati.

Foto: pipatrust.org

Die Phoenix Islands Protected Area ist ein extrem artenreiches Meeresgebiet. Es umfasst acht Atolle und zahlreiche kleinere Koralleninseln. Seine umfangreichen Riffe sind noch weitgehend intakt.

Mehr als 120 Korallenarten, 514 Arten Rifffische sowie Raubfischarten wie Thunfische, Haie oder Makrelen wurden hier bislang identifiziert. Meeresschildkröten suchen die Strände der in der PIPA liegenden Inseln zur Eiablage auf. Außerdem werden hier Delfine und große Ansammlungen von Seevögeln regelmäßig beobachtet.

Fischerei in deutschen Meeresschutzgebieten an der Tagesordnung

Die mutige Entscheidung der Regierung von Kiribati gegen die kommerzielle Fischerei ist bemerkenswert. Damit einher geht der Verlust erheblicher Geldflüsse aus dem Verkauf von Fischereilizenzen. Viele Industrie- und Wohlstandsnationen zeigen sich unfähig zu solch konsequentem Eintreten für den Meeresschutz. Dazu zählt leider auch Deutschland.

In den wenigen, im Vergleich zur PIPA, winzigen deutschen Meeresschutzgebieten wird munter ohne Beschränkungen weitergefischt. Todesurteil für unsere vom Aussterben bedrohten Ostseeschweinswale. Und für viele andere Meerestiere.

MPA Phoenix Islands Protected Area (PIPA) – Kiribati

Karte der Phoenix Islands Protected Area (PIPA), Kiribati.

Quelle: UNESCO