Südamerika: Neues Meeresschutzgebiet

Auf der UN-Weltklimakonferenz 2021 in Glasgow (COP 26) verkündeten die Präsidenten von Ecuador, Kolumbien, Costa Rica und Panama die Einrichtung eines neuen, rund 500.000 km2 großen Meeresschutzgebietes vor Südamerika. Es erweitert und verbindet bereits existierende Schutzgebiete. Dadurch ist der Biodiversitätshotspot der Galapagosinseln (Ecuador) jetzt mit dem Naturreservat rund um die unbewohnte, im Ostpazifik liegende Insel Malpelo (Kolumbien) sowie mit den Nationalparks der Cocos- und Coiba-Inseln (Costa Rica und Panama) verbunden.

Riesiges Meeresschutzgebiet vor Südamerika

In dem Meeresgebiet leben bedeutende Bestände von Walen und Delfinen, von Hammer- und anderen Haien, Rochen, Meeresschildkröten, Fischen und anderen Meerestieren. Darunter auch gefährdete oder vom Aussterben bedrohte, spektakuläre Arten wie Bogenstirn-Hammerhaie oder Walhaie, die größten Fische der Welt.

Verbotszone für industrielle Fischerei

Auch wenn das neue Meeresschutzgebiet in Südamerika keine vollständige „No-take zone“ wird, so ist industrieller Fischfang, z. B. Langleinenfischerei, dort künftig verboten. Lokale, handwerkliche Fischerei soll dagegen in dafür freigegebenen Zonen weiterhin möglich sein.

im neuen Meeresschutzgebiet vor Südamerika leben viele Walhaie

Foto: (c) Wolcott Henry 2005/Marine Photobank

„Wir werden Ökosysteme wie die Galapagos- und die Cocos-Inseln schützen, die zu den wertvollsten Ökosystemen der Welt gehören“, verkündete Costa Ricas Präsident Carlos Alvarado Quesada auf der COP 26. Während der Präsident von Panama Laurentino Cortizo hinzufügte, es werde viel „über den Klimawandel geredet“ und es gebe „viele nicht eingehaltene Zusagen“. Daher sei das neue Meeresschutzgebiet „eine starke Maßnahme und das, was unser Land und die Welt brauchen“.

Keinerlei Fischerei in einem 30.000 km2 großen Wanderkorridor

In einem von Walen, Delfinen, Haien, Meeresschildkröten, Mantarochen und vielen anderen Meerestierarten genutzten 30.000 km2 großen Wanderkorridor soll ein vollständiges Fischereiverbot gelten. Er liegt zwischen dem Galapagos-Schutzgebiet und dem Cocos Island National Park in Costa Rica.

Maßnahmen gegen Piratenfischerei (IUU-Fischerei)

Wegen seines Artenreichtums steht die Meeresregion unter Druck durch illegale Fischerei (IUU/illegal, unreguliert und undokumentiert). Insbesondere durch die illegale Haifischerei und Hai-Flossenfischerei (Shark Finning). Doch auch chinesische Fangflotten bringen immer wieder Langleinen im Galapagos-Schutzgebiet oder unmittelbar an dessen Grenze aus.

Industrieller Fischfang soll im neuen Meeresschutzgebiet vor Südamerika verboten sein Entscheidend wird also sein, wie rigoros das neue Meeresschutzgebiet in Südamerika gegen IUU-Fischerei und internationale Fangflotten verteidigt werden kann.

Kolumbien setzt hier seine Nationalmarine, die Armada Nacional de Colombia, ein. Sie stellte bislang den Schutz des Naturreservats rund um die Insel Malpelo vor illegaler Haifischerei sicher.

Auch in Ecuador gibt es in der Bevölkerung starke Unterstützung für umfassenden Meeresschutz. So unterstützten über 709.000 Menschen aus aller Welt die UN-Petition „#SOSGalapagos – STOPPT Fischereiflotten in der Nähe der Schutzzone der Galapagosinseln“ auf change.org.

Sie richtete sich gegen unmittelbar in der Nähe der Galapagosinseln operierende chinesische Langleinenfischer. Denn allein 2018 sollen bis zu 260 Trawler in dem Gebiet zum Haifang und zur Haiflossenfischerei aktiv gewesen sein.

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