Die Woche der Tiefsee

Woche der Tiefsee - Deep WeekMit der „Woche der Tiefsee“ (Deep Week) machen in der Deep Sea Conservation Coalition (DSCC) zusammengeschlossene internationale Meeresschutzorganisationen – darunter die Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM) – auf diesen besonderen Lebensraum und die Gefahren, die ihm drohen, aufmerksam.

„Die Tiefsee ist der größte Lebensraum der Erde. Sie ist weitgehend unerforscht und ein ganz besonderer Lebensraum. Der Abbau von Rohstoffen durch Tiefseebergbau, Tiefseefischerei mit Langleinen und Grundschleppnetzen oder Plastikmüll drohen diesen sensiblen Lebensraum und die dort lebenden Arten zu vernichten“, warnt DSM-Biologe Ulrich Karlowski. -> WEITERLESEN <-

Wissenschaftler schlagen Alarm

Droht der Tiefsee ein ähnliches Schicksal wie den brasilianischen Regenwäldern?

Geht es nach Plänen der Internationalen Meeresbodenbehörde (International Seabed Authority/ISA), dann wird es in weiten Teilen der Tiefsee bald aussehen wie im Braunkohlentagebau Garzweiler II. Denn die ISA hat bereits 30 Tiefseebergbau-Explorationslizenzen für Millionen Quadratkilometer erteilt. Sie liegen im Indischen, Atlantischen und Pazifischen Ozean. Nun drängen Investoren, wie das kanadische Unternehmen DeepGreen Metals, darauf, die Verhandlungen rasch zum Abschluss zu bringen.

Auswirkungen sind weitreichend, schwerwiegend und für Generationen anhaltend

Pottwal mit Freediver.

Foto: Willyam

Auf Initiative der Deep Sea Mining Campaign, MiningWatch Canada und Ozeanien-Dialog überprüften Experten über 250 wissenschaftliche Publikationen zu Umweltauswirkungen des Tiefseebergbaus.

Ihr Fazit ist eindeutig: Die Folgen sind irreversible Artenverluste und irreversible Schädigungen der Ökosysteme.

Dies bestätigt die Ergebnisse einer Studie des Senckenberg-Forschungsinstituts in Frankfurt aus dem Jahr 2018. Demnach führt der Tiefseebergbau für den Abbau von Manganknollen zu massiven, über mehrere Jahrzehnte anhaltenden Artenverlusten.

Die Organisationen befürchten, dass unter dem Deckmantel der Coronakrise Explorationslizenzen jetzt ohne größere öffentliche Diskussion klammheimlich durchgesetzt werden. -> WEITERLESEN <-

Massiver Artenverlust durch Tiefseebergbau

Tiefe Narben: Massiver Artenverlust noch 26 Jahre nach dem Abbau

Gemeinsam mit einem internationalen Team haben Senckenberg-Wissenschaftlerinnen die Auswirkungen von Tiefseebergbau – wie den Abbau von Manganknollen – auf die Artenvielfalt am Meeresboden untersucht. Sie zeigen, dass auch 26 Jahre nach einem Tiefseebergbau ein erheblicher Artenverlust vorhanden ist. Betroffen sind insbesondere filtrierende Tiere und andere bodenlebende Organismen. Noch über zwei Jahrzehnte nach dem Abbau bleiben knapp 80 Prozent dieser Arten verschwunden. Die Studie erschien im Fachjournal “Biogeosciences”. -> WEITERLESEN <-