Australien: Northern Territory verbietet Tiefseebergbau!

Um den zerstörerischen Gefahren des Tiefseebergbaus zuvorzukommen, hat die Regionalregierung des Northern Territory (Nordterritorium, Australien) angekündigt, den Abbau von Tiefseebodenschätzen zu verbieten. Damit will man sowohl Küstenökosysteme als auch die regionale Wirtschaft vor Schäden schützen.

Breites Bündnis gegen Ausbeutung von Tiefseebodenschätzen

Logos der Alliance of Solwara Warriors, Kiwis Against Seabed Mining und Deep Sea Mining Campaign.Neun Jahre lang kämpften Umweltgruppen, Fischer, Tourismusunternehmen und Wissenschaftler aus Papua-Neuguinea, Australien und Neuseeland gegen Pläne, vor der Küste des nördlichsten Bundesterritoriums Australiens Tiefseebodenschätze abzubauen.

Sie begrüßen die Entscheidung einhellig. „Die Labour-Regierung des Northern Territory zeigt Führungsstärke: Denn die Sorge um Meereslebensräume und das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung hat Priorität gegenüber Gewinnen von Bergbauunternehmen“ freut sich Cindy Baxter, Vorsitzende von Kiwis Against Seabed Mining.

Logos Umeltgruppen Papua-Neuguinea.

Keine Betriebsgenehmigung für das erste Tiefseebergbauprojekt der Welt

Northern Territory verbietet Tiefseebergbau: Jonathan Mesulam von der Allianz der Solwara-Krieger und sein Sohn William.

Jonathan Mesulam von der Allianz der Solwara-Krieger. Zusammen mit seinem Sohn William hält er eine ganzseitige Zeitungsanzeige mit der die PNG-Regierung aufgefordert wird, Tiefseebergbau-Lizenzen zu widerrufen.

Besonders erleichtert ist dabei die Allianz der Solwara-Krieger in Papua-Neuguinea (PNG). „Wir gratulieren. Seit über einem Jahrzehnt kämpfen wir gegen eine Betriebsgenehmigung für das erste Tiefseebergbauprojekt der Welt. Die in der Bismarcksee geplante Solwara-1-Mine liegt nur 25 km entfernt von meinem traditionellen Dorf“, erklärt Jonathan Mesulam, Sprecher PNG-Solwara-Krieger.

„PNG benötigt keinen Tiefseebergbau. Wir sind mit reichlich Fisch und produktiven landwirtschaftlichen Flächen gesegnet. Der Abbau von Bodenschätzen am Meeresboden wird nur einer kleinen Anzahl von Menschen zugutekommen. Sie sind reich und haben kein Interesse am Fortbestand unserer Gemeinden und indigenen Lebensweise“, betont Mesulam.

Ausgerechnet Australien: Northern Territory verbietet Tiefseebergbau

Tiefseebergbaugebiete vor der Küste des Northern-Territory.Vor der Küste des Northern Territory waren 26 Explorationsstätten für den Abbau von Mangan und anderen Tiefseemineralien auf einer Fläche von bis zu 9600 km2 geplant. Seit 2012 jedoch bestand ein Moratorium. Jetzt soll es nach einer Übergangsfrist von 6 Monaten in ein dauerhaftes Verbot übergehen.

„Ausgerechnet in Australien, bei dem man oft den Eindruck gewinnt, an den Hebeln der Macht sitzen CEOs großer Bergbaukonzerne anstelle demokratisch gewählter Regierungen, wird ein Verbot für den Tiefseebergbau erlassen. Das ist ein großartiger Erfolg für den Erhalt der Artenvielfalt in den Meeren. Aber auch ein Erfolg für alle traditionellen Dorfgemeinschaften und indigenen Kulturen in der Region“, betont Ulrich Karlowski, Biologe der Deutschen Stiftung Meeresschutz (DSM).

Horrorvision Tiefseebergbau

Zahlreiche Wissenschaftler, Umweltgruppen, indigene Völker, Kleinfischer und Dorfgemeinschaften gleichermaßen fordern seit Jahren einen globalen Stopp des Tiefseebergbaus.

Sie befürchten nicht nur massive und irreversible Schädigungen des Meeresbodens und ein dramatisches Artensterben in der Tiefsee. Auch die negativen Folgen für sämtliche Meeresökosysteme könnten verheerend sein.

Northern Territory verbietet Tiefseebergbau: Protest gegen Tiefseebergbau von Kiwis Against Seabed Mining, Neuseeland.

Protest gegen den Tiefseebergbau von Kiwis Against Seabed Mining, Neuseeland.

Die Deutsche Stiftung Meeresschutz unterstützt als Mitglied der Deep Sea Conservation Coalition (DSCC) den globalen Kampf gegen den „Goldrausch in ewiger Dunkelheit“ und warnt vor den damit verbundenen globalen Gefahren für das Leben in den Meeren.