Meilenstein: Ballastwasser-Übereinkommen in Kraft

Ballastwasser-Übereinkommen: Meilenstein für den marinen Umweltschutz

Mit gut einem Jahr Verspätung ist das Internationale Übereinkommen zur Kontrolle und Behandlung von Ballastwasser und Sedimenten von Schiffen am 8. September 2017 in Kraft getreten. Dabei hatten die Mitgliedsstaaten der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) schon 20014 eine Konvention zum Ballastwassermanagement unterzeichnet. Künftig sind Seeschiffe also verpflichtet, an Bord Anlagen zur Behandlung von Ballastwasser zu installieren. Damit soll die weltweite Verschleppung invasiver Tier- und Pflanzenarten verhindert werden. Für Monika Breuch-Moritz, Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), ist das Inkrafttreten „ein Meilenstein für den marinen Umweltschutz“.

Verbreitungsweg für pathogene Keime und Bioinvasoren

Drei Antarktische Kieselalgen mit mehreren langen auf dem langem, rechteckigem Körper verteilten Fäden.

Antarktische Kieselalge aus Ballastwasser. Foto: Richard Crawford, Alfred-Wegener-Institut.

Ballastwasser wird in Seeschiffen mitgeführt, um ihnen die notwendige Stabilität zu verleihen. Bei einem großen Containerschiff können das 100 000 Tonnen Wasser und mehr sein. Doch bei der Aufnahme kommen regelmäßig Organismen, zum Beispiel kleine Fische, Benthos- und Planktonorganismen oder auch pathogene Keime wie z.B. Erreger der Cholera (Vibrio cholerae) mit an Bord. Und diese werden wieder freigesetzt, wenn das Ballastwasser an anderer Stelle abgelassen wird, um stattdessen Ladung aufzunehmen. Doch durch den zunehmenden und immer schneller werdenden Schiffsverkehr wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Organismen die Passage überleben. Darunter können invasive Arten sein, die die Ökosysteme in ihrer neuen Umgebung empfindlich beeinflussen.

Verringerung der Einschleppung von schädlichen Wasserorganismen und Krankheitserregern auf ein Mindestma

Doch jetzt legt das Ballastwasserübereinkommen die Kontrolle und Behandlung von Ballastwasser von Schiffen fest. Damit soll die Einschleppung von schädlichen Wasserorganismen und Krankheitserregern auf ein Mindestmaß zu verringert  bzw. ausgeschlossen werden. Zukünftig muss Ballastwasser vor der Abgabe in die Meeresumwelt so behandelt werden, dass ein in dem Übereinkommen vorgeschriebener Standard (Norm D-2) erreicht wird.

Nur für eine Übergangszeit erlaubt das Übereinkommen unter bestimmten Voraussetzungen den Austausch von Ballastwasser (sog. Norm D-1). Langfristig wird aber der strengere D-2-Standard gelten. Denn dieser stellt Qualitätsanforderungen an das abzugebende Ballastwasser. Auf diese Weise will man die Verbreitung toxigener Keime wie Vibrio choleræ, des Darmbakteriums Escherichia coli und von Darm-Enterokokken weitgehend verhindern.

Schiffsneubauten müssen den strengeren Standard sofort erfüllen. In Deutschland ist das Übereinkommen bereits mit dem Ballastwasser-Gesetz und der See-Umweltverhaltensverordnung umgesetzt worden. Ausnahmen gelten allerdings für Kriegsschiffe, Flottenhilfsschiffe oder sonstige Staatsschiffe.
Nach Informationen des Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
Grafik oben mit freundlicher Genehmigung des BSH

Weitere Informationen

Blinde Passagiere auf deutsche-flagge.de
Ballastwasser-Übereinkommen auf bsh.de