MSC-Siegel führt Verbraucher in die Irre

Informationsmaterialien „MSC-Zertifizierungen aus angeblich nachhaltiger Fischerei“

Die öffentliche Kritik und Berichterstattung zu MSC-Siegel-Zertifizierungen wird immer lauter. Auch die Verbraucher empfinden den jetzigen Standard als nicht nachhaltig.

Die Initiative Make Stewardship Make Stewardship Count der wir angehören, setzt sich für eine zukünftig wirklich nachhaltige Fischerei und damit für die Zukunft unserer Ozeane ein!

„Make Stewardship Count“-Koalitionsmitglieder von Stop Finning (Oliver Feist), der Deutschen Stiftung Meeresschutz und Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V. (Ulrich Karlowski), der Deutschen Meeresstiftung (Frank Schweikert) und von Sharkproject (Iris Ziegler) präsentierten die Zielsetzungen der Koalition Ende Januar auf der Bühne der BOOT-Messe in Düsseldorf. Dabei berichteten sie auch über den gegenwärtigen Stand der Kampagne.

Die internationale Koalition aus zwischenzeitlich 83 Organisationen und Wissenschaftlern fordert den MSC dringend auf, die erforderlichen Verbesserungen umzusetzen. „MSC, wir brauchen Dich“ erwiderte Iris Ziegler auf die Frage nach der Zielsetzung der Koalition. „Aber das Siegel muss auch halten, was es verspricht“.

Diese Forderung unterstreicht eine aktuelle Studie von Birdlife International. Darin wurden MSC-zertifizierte Fischereien daraufhin analysiert, was tatsächlich geschieht, um den Beifang seltener und streng geschützter Delfine, Wale, Seevögel oder Meeresschildkröten zu senken. Das Ergebnis ist erschreckend. Lediglich drei von 23 untersuchten Fischereien wurden als gut bewertet. Von diesen konnten nur für eine Fischerei rückläufige Beifangraten im Rahmen der MSC-Zertifizierung nachgewiesen werden.

FAO-Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Fischerei

Der Verhaltenskodex der Welternährungsorganisation FAO von 1995 fordert, dass ungewollte Beifänge sogenannter „Nichtzielarten“ minimiert werden sollen. Diesem Ziel hat sich auch das MSC-Siegel verpflichtet. Bisher leider mit sehr wenig Erfolg.

Beifangverluste durch die industrielle Fischerei sind die mit Abstand häufigste menschgemachte Todesursache bei Delfinen, Walen und Seevögeln. So sterben in der Ostsee Jahr für Jahr Zehntausende Seevögel und Hunderte der vom Aussterben bedrohten Schweinswale in Stellnetzen.

„Make Stewardship Count“-Infos zum Download